Mit CBD besser schlafen: Cannabidiol als Geheimtipp?

Eine sich streckende Frau

Wer kennt es nicht? Die Nacht zuvor nur 4 Stunden geschlafen, fühlt man sich auch schon den ganzen Tag über wie „gerädert“. Aber nicht nur die Schlafquantität ist wichtig, sondern auch die Qualität. Denn was hilft ein längeres Schläfchen, wenn es nicht erholsam war? Wie CBD diese zwei Sachen beeinflussen kann, erfahren Sie im Artikel.

Was passiert überhaupt, wenn wir einschlafen?

Wenn Menschen müde werden, fallen ihnen nicht nur die Augen zu – sie sehnen sich förmlich nach Ruhe. Doch was passiert eigentlich, wenn wir einschlafen?

In der sogenannten Zirbeldrüse des Gehirns wird Melatonin ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um ein Hormon, welches den Körper auf den Schlaf vorbereitet. Die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken, Puls und Atmung werden langsam. Zudem steuert es den Tag-Nacht-Rhythmus. Melatonin findet man auch in der Netzhaut. Wenn also Tageslicht herrscht, ist der Spiegel niedriger – in der Dunkelheit dagegen wird mehr ausgeschüttet. Ein Melatoninmangel kann also den Schlaf beeinflussen. So ein Mangel kann u.a. durch chronischen Stress entstehen [7].

Zudem bindet CBD an die Rezeptoren CB1 und CB2 und Melatonin an die Rezeptoren MT1 und MT2. Alle gemeinsam zählen sie zur Gruppe der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, was bedeutet, dass sie ähnliche Strukturen haben. Ihre Vorteile auf das Schlafverhalten könnten einander ergänzen.

Eine gähnende Frau im Bett

Was ist eine Schlafstörung?

Eine Schlafstörung, auch Insomnie genannt, äußert sich bei Menschen durch Probleme beim Ein- und/oder Durchschlafen oder ist durch mangelnde Schlafqualität geprägt. Wenn dieser Zustand von Dauer ist, kann das die Lebensqualität beeinträchtigen und körperliche und psychische Konsequenzen haben. So vielfältig sich Schlafprobleme äußern, so verschieden können die Ursachen sein und nicht jede Schlafstörung geht mit gesundheitlichen Problemen einher [8].

Wie erkenne ich eine Schlafstörung?

Häufig sind es schlechte Träume oder belastende Alltagsgedanken, die Menschen den Schlaf rauben. Doch ist dieser Zustand nur vorübergehend oder liegt eine dauerhafte Schlafstörung vor? Oft folgen auf einen schlechten Schlaf auch Konzentrationsprobleme tagsüber und Stimmungsschwankungen. Kurzfristige Schlafstörungen treten meistens wegen belastenden Gedanken, Albträumen oder Geräuschen auf, die einen nachts wachhalten. Daneben gibt es aber noch die chronische Störung, deren Ursachen anderer Herkunft sind:

  • Äußere Einflüsse (Umzug, Berufswechsel)
  • Seelische Belastungen und Ängste
  • Körperliche Beschwerden und Krankheiten
  • Toxische Beziehungen

Die chronische Schlafstörung mindert nicht nur Qualität und Quantität der nächtlichen Ruhe, sondern hat auch einen negativen Einfluss auf das Leben des Betroffenen. Dieser Zustand sollte nicht von Dauer sein und unbedingt behandelt werden.

Die kurzfristige Schlafstörung wird auch als primäre Schlafstörung bezeichnet, die langfristige als sekundäre.

Was kann zu einer Insomnie führen?

Insomnien haben unterschiedlichste Ursachen. Sie können kurzfristig auftauchen oder über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen und dann chronisch werden. Wenn Personen im Berufsleben unter Dauerstress stehen, kann sich das auch auf das Schlafverhalten auswirken. Aber auch die privaten Bedingungen haben einen großen Einfluss. Zu viel Koffein, Nikotin oder Alkohol können die Qualität erheblich mindern [8].

Körperliche Ursachen wie Schmerzen, ein gestörter Hormonhaushalt sowie psychische Abnormalitäten wie Traumata, posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Ängste oder Demenz können Qualität und Quantität des Schlafs verändern. Auch die unsachgemäße Verwendung von Medikamenten und anderen Substanzen kann in Hinblick auf die Schlafgesundheit negative Konsequenzen nach sich ziehen [8].

Ein Hanfblatt und ein Hanftee

Hausmittel gegen Schlafstörungen

  • Routine: Versuchen Sie, immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen.
  • Tee trinken: Kräutertees, die zum Beispiel Kamille enthalten, können beim Einschlafen helfen.
  • Datteln essen: Denn dieses Superfood regt die Melatoninproduktion an.
  • Die optimale Temperatur: nicht niedriger als 15 Grad, nicht höher als 18 Grad.
  • Störungen entfernen: Schalten Sie Handy und Fernseher rechtzeitig ab.
  • Richtig betten: Auch die ideale Matratze kann Auswirkungen auf die Schaltqualität haben.

Serotoninmangel beeinflusst Schlafqualität

Ein Weiterer Faktor, der einen Melatoninmangel auslösen kann, ist ein Defizit von Serotoninda Melatonin durch Serotonin gebildet wird [7]. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System und kann an die körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 aber auch an andere Rezeptoren, wie den Serotonin-Rezeptor 5-HT1A binden und aktivieren [9]. Dadurch kann CBD den Serotoninspiegel und somit die Bildung des wichtigen Schlafhormons Melatonin erhöhen.

Wie wirkt sich CBD auf den Schlaf aus?

Die Studienlage

Schlaf ist eine lebenswichtige Funktion für das Nervensystem, die zur Homöostase von Gehirn und Körper beiträgt, die Energielevel und kognitiven Fähigkeiten beeinflusst und sich auf andere Schlüsselfunktionen des Organismus auswirkt. Dysfunktionaler Schlaf kann zu neuronalen Problemen führen und hängt mit fast allen psychischen Problemen des Menschen zusammen. 2020 stellten Kesner und Lovinger in ihrem Review fest, dass Phytocannabinoide vermehrt als Einschlafhilfe eingesetzt werden [1].

Auch Suraev et al (2020) teilen diese Ansicht, beziehen sich aber vor allem auf die Cannabinoide THC und CBD und deren vermehrten Einsatz bei Schlafstörungen im klinischen Umfeld [2].

Mehrere Studien, die zwischen 2004 und 2008 durchgeführt wurden, beschäftigten sich mit Schlafproblemen der Menschen. Bei einer Studie fand man heraus, dass CBD sofern es einige Stunden vor dem Schlafengehen verwendet wurde, einigen Menschen das Gefühl gab, besser schlafen zu können [4].

Eine schwarz gekleidete Frau auf einer Yogamatte

Entspannung für besseren Schlaf

Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD einen entspannenden Effekt auf das Nervensystem haben könnte [5]. Und wie jeder weiß: Entspannt schläft es sich besser. Eine in einer psychiatrischen Klinik durchgeführte retrospektive Studie mit 103 Probanden, bei der die klinische Anwendung von CBD als Zusatz zu üblichen Methoden und der monatliche Fortschritt in Hinblick auf Ängste und Schlafbeschwerden erforscht worden ist, ergab Folgendes: die Angstzustände minimierten sich im ersten Monat bei 57 Patienten und gingen im Laufe der Studie weiter zurück. Die Schlafstörungen verbesserten sich bei 48 Patienten im ersten Monat – zudem wurde CBD von fast allen Patienten gut vertragen. Die Ergebnisse der Studie sind ein Hinweis darauf, dass CBD schlaffördernde Eigenschaften haben könnte, um dies aber feststellen zu können, braucht es künftig randomisiert-kontrollierte Studien [5].

Eine Langzeitstudie, die die Wirkung von CBD auf den Schlaf untersuchte, konnte als Ergebnis eine leichte Verbesserung verzeichnen [5]. Eine weitere, in den letzten Jahren durchgeführte Studie von Spindle et al (2020) untersuchte die pharmakodynamische Wirkung von 100 mg CBD. Man fand heraus, dass der Dampf von CBD die Schläfrigkeit erhöht [1][6].

Wie könnte CBD den Schlaf verbessern?

Immer mehr Menschen, die an Schlafmangel leiden, ziehen es in Betracht, CBD als Unterstützung heranzuziehen. Parallel dazu gibt es laufend Studien, die den Effekt von Cannabidiol auf das ECS untersuchen und wie dieses mit dem Schlaf zusammenhängt. Einige Personen können aber bereits berichten, dass positive Ergebnisse möglich sind und sie davon profitieren. Denn die Anzahl der Personen mit Schlafproblemen ausgelöst durch Stress und Ängste scheint groß zu sein. Nachdem CBD eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird, könnte es womöglich auch dabei helfen, schneller ein- und besser durchzuschlafen. Auch chronische Beschwerden, wie Schmerzen, können die nächtliche Ruhe vor eine Herausforderung stellen. Dieser Zustand kann zu Einschränkungen, Leiden und körperlichen Beschwerden führen. CBD zeigte deutlich positive Ergebnisse zur Entspannung [10]. Somit kann man sich bei solchen Beschwerden überlegen, ob man CBD als ergänzende Alternative zur Entspannung nutzt. Dadurch gelingt es möglicherweise leichter, in den Schlaf zu finden und einen stabilen Rhythmus zu entwickeln.

Fazit

Die genaue Auswirkung von CBD auf den Schlaf ist noch nicht zur Gänze erforscht. Besonders interessant scheint aber das Hormon Melatonin zu sein, dass durch Serotonin gebildet wird – was wiederum von CBD positiv beeinflusst werden kann. So würde sich womöglich ein weiteres Anwendungsfeld ergeben, wo man Cannabidiol unterstützend einsetzen kann. Dazu bedarf es aber ein Mehr an klinischen Studien, um eine genaue Aussage treffen zu können. `

von Sarah Baier

 

Für die Richtigkeit der Inhalte übernehmen wir keine Haftung.

 

Referenzen

[1] Kesner, A. J., & Lovinger, D. M. (2020). Cannabinoids, Endocannabinoids and Sleep. Frontiers in molecular neuroscience, 13, 125. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnmol.2020.00125/full

[2] Suraev, A. S., Marshall, N. S., Vandrey, R., McCartney, D., Benson, M. J., McGregor, I. S., Grunstein, R. R., & Hoyos, C. M. (2020). Cannabinoid therapies in the management of sleep disorders: A systematic review of preclinical and clinical studies. Sleep medicine reviews, 53, 101339.

[3] Staedt, J. & Riemann, D. (2007). Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen (1. Auflage). Verlag W. Kohlhammer.

[4] Leinow, L. & Birnbaum, J. (2020). Heilen mit CBD. Das wissenschaftlich fundierte Handbuch zur medizinischen Anwendung von Cannabidiol. (2. Auflage). Riva Verlag.

[5] Shannon, S., Lewis, N., Lee, H., & Hughes, S. (2019). Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. The Permanente journal, 23, 18–041.

[6] Spindle, T. R., Cone, E. J., Goffi, E., Weerts, E. M., Mitchell, J. M., Winecker, R. E., Bigelow, G. E., Flegel, R. R., & Vandrey, R. (2020). Pharmacodynamic effects of vaporized and oral cannabidiol (CBD) and vaporized CBD-dominant cannabis in infrequent cannabis users. Drug and alcohol dependence, 211, 107937. https://doi.org/10.1016/j.drugalcdep.2020.107937

[7] Clanner-Engelshofen, B. (2017, 18. Januar). Melatonin. Netdoktor. https://www.netdoktor.at/medikamente/melatonin/

[8] Insomnie (2019, 20. August) Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs.

[9] Corroon, J., & Felice, J. F. (2019). The Endocannabinoid System and its Modulation by Cannabidiol (CBD). Alternative therapies in health and medicine, 25(S2), 6–14.

[10] Pleyer, I., Lorenz-Eberhard, G. & Boandl, G. (2020). Anwendung von CBD (Cannabidiol)-Ölen und Suppositorien bei Dysmenorrhoe und Endometrioseschmerzen. Geburtshilfe Frauenheilkd, 80(06), 7-8.