Ist CBD in Österreich legal? Die Rechtslage

Statue, die Waage in der Hand hält

 

CBD-Öle, CBD-Blüten und CBD-Kosmetik sind in Österreich legal. Dennoch gibt es dabei einiges zu beachten, weshalb oftmals Verwirrung bezüglich der Rechtslage von CBD in Österreich besteht. In diesem Artikel erfahren Sie Genaueres.

Unterschiedliche Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

In der Cannabispflanze wurden bereits über 500 natürliche Inhaltsstoffe festgestellt. Viele davon kommen auch in anderen Pflanzen und in Tieren vor. Einige davon sind: Proteine, Phytocannabinoide, Flavonoide. Die Phytocannabinoide kommen aber ausschließlich in Cannabispflanzen vor. Davon konnten bis dato über 100 verschiedene festgestellt werden, die sich nach ihrer chemischen Struktur mehrheitlich zehn Typen zuordnen lassen.

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein Cannabinoid, das in der Pflanze vorkommt. Es hat keine berauschende Wirkung und ist in Form von CBD-Öl, als Blüten oder als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten in Österreich erwerbbar. Derzeit wird viel zu diesem nicht-psychoaktiven Inhaltsstoff der Cannabispflanze, dem CBD, geforscht. Diverse positive Eigenschaften und potenzielle Anwendungsfelder werden in wissenschaftlichen Kreisen diskutiert.

Allgemeine Rechtslage von CBD in Österreich

Je nach Land ist der legalisierte THC-Gehalt bei Cannabidiol-Produkten, darunter CBD-Öl, -Blüten und -Cremes, auf unterschiedliche Höchstwerte festgesetzt. Auch in Österreich gibt es solch eine THC-Grenze. Diese liegt bei maximal 0,3% THC. CBD-Öle und CBD-Blüten, die diese THC-Grenze nicht überschreiten, dürfen verkauft werden. CBD-Cremes hingegen dürfen kein THC enthalten. Mehr zu CBD als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten erfahren Sie weiter unten im Text.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der nicht-psychoaktive Inhaltsstoff der Cannabispflanze, CBD, legal und somit auch der Besitz von CBD-Blüten und CBD-Öl in Österreich gestattet ist, sofern der THC-Gehalt von 0,3% nicht überschritten wird. Darüber hinaus ist Hanftee, der aus den Blättern und Stängeln der Hanfpflanze gewonnen wird, legal.

Nutzhanfprodukte, wie zum Beispiel CBD Blüten, die als Rauchwaren angeboten werden, unterliegen den Bedingungen des Bundesgesetzes über das Herstellen und Inverkehrbringen von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen sowie der Werbung für Tabakerzeugnisse und verwandten Erzeugnissen.

Zusammengefasst bedeutet das für Käufer: Der Besitz und Erwerb von CBD-Blüten und CBD-Öl ist erlaubt, solange der THC-Gehalt unter 0,3% ist. Zudem ist der Erwerb von CBD-Kosmetik und Hanftee aus Blättern, Stängeln und Produkten aus den Samen der Hanfpflanze, wie zum Beispiel Hanfsamenöl, erlaubt.

 

CBD auf einem Holzlöffel

 

Bekommt man CBD auf Rezept in Österreich?

Aktuell ist das Kombinationspräparat Sativex, das sowohl THC als auch CBD enthält, in Österreich als Arzneimittel zur Verbesserung krampfartiger Symptome bei Multipler Sklerose zugelassen. Zudem gibt es Epidyolex gemäß Verordnung 2000/141/EG als Orphan-Arzneimittel, welches von der EU-Kommission zur begleitenden Behandlung von Krampfanfällen bei zwei seltenen, kindlichen Epilepsieformen zugelassen wurde. Hier finden Sie alle Infos zu Hanf als Arzneimittel.

Ist CBD als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten erlaubt?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Ja, CBD ist als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten erlaubt. Allerdings ist dieses „Ja“ an ein paar Bedingungen geknüpft. Erlaubt sind in diesem Fall nämlich ausschließlich synthetisches CBD und natürliches CBD, das aus den Samen, Blättern und Stängeln der Cannabispflanze gewonnen wurde.

Dies ist auf die EU-Kosmetikverordnung zurückzuführen, die eine Liste an verbotenen Stoffen in kosmetischen Mitteln beinhaltet und dabei im Fall von Cannabis und daraus hergestellten Extrakten auf das UN-Einheitsübereinkommen über Suchtmittel verweist. Somit wäre ein Inverkehrbringen nicht zulässig. Im Sinne des Einheitsübereinkommens sind jedoch die Samen und Blätter der Cannabispflanze ausgenommen. Das bedeutet, dass CBD, das aus den Samen und Blättern gewonnen wurde, als Inhaltsstoff in kosmetischen Mitteln laut EU-Kosmetikverordnung und UN-Einheitsübereinkommen über Suchtmittel gestattet ist. Dies gilt für alle in der EU in Verkehr gebrachten kosmetischen Produkte. Mehr Informationen zur EU-Kosmetikverordnung finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Fahne der europäischen Union

 

In welchen Ländern sind CBD-Cremes gestattet?

CBD Cremes, die unter den oben angeführten Bedingungen hergestellt wurden, sind EU-weit erlaubt. Die europäische Union umfasst derzeit 27 Mitgliedsstaaten mit 24 Amtssprachen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der EU-Mitglieder (sortiert nach alphabetischer Reihenfolge):

·       Belgien

·       Bulgarien

·       Dänemark

·       Deutschland

·       Estland

·       Finnland

·       Frankreich

·       Griechenland

·       Irland

·       Italien

·       Kroatien

·       Lettland

·       Litauen

·       Luxemburg

·       Malta

·       Niederlande

·       Österreich

·       Polen

·       Portugal

·       Rumänien

·       Schweden

·       Slowakei

·       Slowenien

·       Spanien

·       Tschechien

·       Ungarn

·       Zypern

Big Ben in London

 

Fazit

CBD-Öle und CBD-Blüten sind in Österreich legal, sofern sie den gesetzlich vorgeschriebenen THC-Gehalt von 0,3% nicht überschreiten. Für CBD als Inhaltsstoff in kosmetischen Produkten gibt es eine EU-weit, einheitliche Verordnung. CBD aus den Blättern, Stängeln und Samen der Hanfpflanze sind laut EU-Kosmetikverordnung jedenfalls ein zulässiger Inhaltsstoff in Kosmetik.

von Sarah Baier

 

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